Das NWJV-Screening und Judo Rehab-Programm
Stark im Sport. Stark für NRW
Warum wir screenen
Verletzungen gehören zum Sport – aber einige davon sind vermeidbar. Seit 2022 untersucht der NWJV seine Nachwuchsathlet:innen systematisch: nicht nach Bauchgefühl, sondern mit einer standardisierten Testbatterie aus den Bereichen Beweglichkeit, motorische Kontrolle, dynamische Stabilität und Kraft. Gestartet sind wir mit den männlichen Landeskader-athlet:innen der u18. Heute testen wir zweimal jährlich alle Landeskader, männlich und weiblich – über 170 Athlet:innen bisher.
Das Screening erfüllt dabei zwei Funktionen: Erstens identifizieren wir Defizite, bevor sie zur Verletzung werden. Zweitens schaffen wir verlässliche Baseline-Daten zum individuellen Leistungsniveau jeder Athletin und jedes Athleten. Diese Daten sind entscheidend, wenn es nach einer Verletzung um den Wiedereinstieg geht: Ohne objektive Vergleichswerte aus der Zeit vor der Verletzung ist es kaum möglich zu beurteilen, ob jemand wirklich wieder fit ist – oder ob ein verfrühter Wiedereinstieg das Risiko einer erneuten Verletzung erhöht. Ein zu früher Comeback ist genauso riskant wie ein unnötig langer Ausfall.
Die Ergebnisse aus vier Jahren Screening sind eindeutig. Diese Defizite tauchen immer wieder auf:
- Schulter: Eingeschränkte Innen- und Außenrotation, besonders bei männlichen Athleten (47,5 % mit Defizit auf mind. einer Seite)
- Sprunggelenk: Eingeschränkte Beweglichkeit, bei Athletinnen noch häufiger als bei Athleten
- Hüfte & Becken: Defizite in der Hüftbeweglichkeit und motorischen Kontrolle der Lenden-Becken-Hüft-Region bei beiden Geschlechtern
- Dynamische Asymmetrien: Ein Drittel der Athlet:innen zeigen relevante Seitenunterschiede bei Sprung- und Landetests – ein bekannter Risikofaktor für Knieverletzungen
